Ein Wochenende über Tugend, Moral und Ethik im therapeutischen und beraterischen Tun

Seminarleitung: Wilma Fassmann & Dr. Christian Rabanus

Die Arbeit im psychotherapeutischen und beraterischen Kontext wirft immer wieder Fragen wie die folgenden auf:

  • Ab welchem Punkt kann man seinem Begleitungsauftrag nicht mehr gerecht werden, wenn man mit einem Verhalten der Klientin/des Klienten konfrontiert wird, das man selbst für moralisch verwerflich hält? Oder sollte/muss/kann man als Beraterin und Berater jedem Anliegen der Klienten und des Klienten aus beraterischer Neutralität heraus begegnen?

  • Können und/oder sollten moralische Überlegungen bei der Frage nach der Entwicklung/der Impulskontrolle/des Verhaltens und Handelns der Klientin/des Klienten eine Rolle spielen? Wenn ja – welche?

  • Das beraterische Setting selbst kann moralische Fragen aufwerfen: Wie geht man beispielsweise mit sexuellen Avancen der Klientin/des Klienten um? Was macht man mit eigenen emotionalen Regungen der Klientin, bzw. des Klienten gegenüber, die über das für den beraterischen Kontext angemessene Maß an Empathie hinaus gehen? Was ist dieses „angemessene Maß“?

  • Welchen gesamtgesellschaftlichen Auftrag sieht man im eigenen beraterischen Tun? Gibt es eine gesellschaftliche Verantwortung der Beraterin und des Beraters? Wo fängt diese an, wo hört sie auf?

Die Intention des Wochenendworkshops ist es, einen Zugang zu einer angemessenen Berücksichtigung der genannten (und vergleichbaren) Fragen in einem beraterischen oder psychotherapeutischen Kontext zu eröffnen. Ausgehend von konkreten Beratungssequenzen, in denen solche Fragen erlebbar werden, sollen unter anderem folgende Themen behandelt werden:

  • Was bedeuten die Begriffe „Ethik“, „Moral“ und „Tugend“?

  • Wie lässt sich philosophischer Ethik mit therapeutischem und beraterischem Tun konkret vereinbaren? Welche unterschiedlichen Ethiken können herangezogen werden?

  • Was ist von den Ethik-Kodizes beraterischer und psychotherapeutischer Berufsverbände zu halten? Insbesondere sollen die ethischen Leitlinien der DVG einer kritischen Analyse unterzogen werden.

Im Seminar wird vor allem das erfahrungs- und erlebnisorientierte Arbeiten im Mittelpunkt stehen. Impulsvorträge, die gemeinsame Lektüre kurzer Textpassagen und die Diskussion im Plenum werden das Erleben ergänzen und reflektieren.

Termin: Samstag, 16.2.2019, 10.00 h – Sonntag, 17.2.2019, 16.00 h

Kosten: 200,00 € (Teilnahmegebühr inkl. Getränke und Snacks)

Ort: Institut für Phänopraxie, Schiersteiner Str. 26, 65187 Wiesbaden

Weitere Auskünfte zur Veranstaltung können per E-Mail unter info@phaenopraxie.de oder telefonisch unter +49 611 844454 eingeholt werden.

Um eine verbindliche Anmeldung bis Samstag, 2.2.2019, wird gebeten.